Medizinische Informationen zur Rekonstruktion der Halsschlagader

Die Halsschlagader, auch Karotis genannt, entspringt nah am Herzen aus der großen Körperschlagader. Auf jeder Halsseite verläuft eine Schlagader. Kommt es zu einer Verengung in dem etwa Bleistift dicken Blutgefäß, spricht man von einer Karotisstenose. Etwa ein Prozent der 60-jährigen, aber bereits zehn Prozent der 80-jährigen haben eine Karotisstenose. Expertenschätzungen zufolge gehen 15 Prozent aller Schlaganfälle auf verengte Halsschlagadern zurück.

Zu den Qualitätsergebnissen des Behandlungsgebiets Rekonstruktion der Halsschlagader.

Ursache

Durchblutungsstörungen machen sich zwar vor allem am Herzen und in den Beinen schmerzhaft bemerkbar. Doch die schleichende Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) betrifft alle Blutbahnen, also auch die Halsschlagadern.

Risikofaktoren

Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, ein erhöhter Cholesterinspiegel, Diabetes und eine erbliche Veranlagung zu Durchblutungsstörungen sind neben dem Alter die wichtigsten Risikofaktoren für Arteriosklerose.

Symptome

Bei vielen älteren Menschen sind die Halsschlagadern verengt. Dies führt längst nicht immer zu Beschwerden, doch es kann zu vorübergehenden oder bleibenden Beeinträchtigungen wie Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungen oder Gedächtnisverlust kommen. Im schlimmsten Fall werden Blutgerinnsel aus der verkalkten Halsschlagaderwand ins Gehirn geschwemmt, die einen lebensbedrohlichen Schlaganfall auslösen.

Diagnose

Treten vorübergehende oder dauerhafte Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen auf, besteht dringender Handlungsbedarf. Das Risiko, einen schweren Schlaganfall zu erleiden, ist unmittelbar nach solchen Symptomen sehr hoch. Mit einer Ultraschalluntersuchung lässt sich das Ausmaß der Erkrankung sehr genau feststellen. Ist die Halsschlagader stark verengt, sollte unbedingt eine Therapie beginnen - selbst dann, wenn der Patient bis dahin keine Beschwerden verspürt hat.

Therapie

Hierfür bieten sich Medikamente, eine Katheterbehandlung zur Gefäßerweiterung und eine Operation an. Der chirurgische Eingriff verspricht den größten Erfolg: Operierte Patienten, so das Ergebnis verschiedener Studien, erleiden in den folgenden zwei bis acht Jahren wesentlich seltener einen Schlaganfall als medikamentös behandelte.

Operation

Bei der Operation wird die Halsschlagader durch einen Schnitt freigelegt, vom Blutstrom abgeklemmt und mit einem feinen Skalpell eröffnet. Dann entfernen die Operateure die Ablagerungen von der Innenwand des Blutgefäßes und verschließen die Ader wieder. Dieses Verfahren wird Rekonstruktion der Halsschlagader genannt.

Katheterbehandlung

Bei der Katheterbehandlung wird ein Katheter über die Leistenschlagader in die Halsschlagader geführt, die verengten Stelle mit Hilfe eines Ballons geweitet und anschließend ein Stent eingesetzt, der die Durchlässigkeit der Ader erhalten soll.

Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen

Insgesamt handelt es sich bei der Operation um eine sichere Methode, von der viele Patienten langfristigen Nutzen haben. Doch in einigen Fällen kommt es während oder nach dem Eingriff zu schweren Komplikationen, schlimmstenfalls zu einem tödlichen Schlaganfall. Deshalb sollten Nutzen und Risiken der Operation bei jedem Patienten sehr genau gegeneinander abgewogen werden.